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Was haben Kinder von einem Besuch in Altenheimen?

Es stellt sich die Frage, wie man seinen Kindern den Umgang mit älteren Menschen oder dem Alter allgemein beibringen soll. Wie erklärt man, warum alte Menschen so sind, wie sie manchmal sind. Viele Altenheime in Deutschland haben inzwischen ein Konzept, dass dabei weiterhelfen kann. Sie veranstalten in Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen regelmäßige Besuchstage, an denen Kinder die Bewohner der Altenheime besuchen können. Der Mehrwert liegt dabei auf beiden Seiten.

Kinder finden "Ersatzomi"

Viele Kinder können nicht in den Genuss einer großelterlichen Fürsorge kommen. Dies kann an einen frühen Trauerfall liegen oder viel häufiger an der zu großen Distanz zum Wohnort der Großeltern. In vielen Altenheimen haben die Heimleitung und das Pflegepersonal festgestellt, dass die regelmäßigen Besuche zu einer Art Adoption der Senioren führt. Kinder haben bestimmte Lieblingssenioren, zu denen sie eine echte Beziehung aufbauen, die der zu ihrer leiblichen Omi gleicht. Die Kinder können hier auch eine Zuwendung erfahren, die sie von ihren Eltern nicht erhalten können. Da inzwischen häufig beide Elternteile berufstätig sind, ist leider nicht mehr so viel Zeit, um sich um die Kinder zu kümmern. Die Senioren in Altenheimen haben davon viel übrig und verbringen diese gerne mit den Kindern. Gemeinsames Spielen, Singen Basteln und Musizieren macht beiden Spaß. Und für beide wird es als therapeutisch oder pädagogisch sehr wertvoll erachtet. Es hat aber für die Kinder noch einen sehr wichtigen Lerneffekt. Sie lernen, wie sich Menschen im Alter verändern und wie man damit umzugehen hat.

Begegnung mit dem Alter

Die positiven Effekte waren ganz deutlich in einer Kindestagesstätte in Brandenburg zu sehen. Hier wurden eine Kindertagesstätte mit einem Altenheim zusammengelegt.
Die Kinder reagierten intuitiv richtig beim Umgang mit den Senioren. Wenn einer schwerhörig war rückten diese näher ran und sprachen deutlicher. War ein Senior nicht mehr so rüstig wurde nicht mehr auf seinem Schoß rumgehoppst. Allgemein entwickelten die Kinder eine Hilfsbereitschaft für die Älteren und wurden viel ruhiger und ausgeglichener.
Das Projekt "Glücksmomente" in Brandenburg, mit der räumlichen Zusammenlegung von Kindertagesstätte und Altenheim ist bisher einmalig. Allerdings haben inzwischen viele Tagesstätten und Schulen eine Form von Besuchstagen oder ähnlichem entwickelt. Wenn nicht kann man dies ja mal anstoßen.

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