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Die Jugendweihe / Jugendfeier

Die Jugendweihe oder Jugendfeier ist ein feierlicher Anlass, der den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen kennzeichnen soll.
Die Jugendweihe ist keine Erfindung der politischen Institutionen in der DDR, sondern blickt auf eine deutlich längere Tradition zurück und ist bis heute in einigen Teilen Deutschlands, aber auch in der Schweiz und in Österreich verbreitet.

Organisiert wird die Jugendfeier heute vor allem von freireligiösen Gemeinden und verschiedenen Vereinen in Ostdeutschland. Hier hat die Jugendweihe bei einem großen Teil der Jugendlichen noch immer Bedeutung und stell für viele nicht gläubige Jugendliche eine Alternative zur Firmung oder Konfirmation dar.
Jugendliche, die nicht konfessionell gebunden sind und außerhalb der Kirche nach dem Sinn des Lebens suchen können in der Vorbereitung zur Jugendfeier Orientierungshilfen finden. Zusammen mit ihren Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden können sie im Alter von 14 Jahren die Jugendweihe feiern.

Geschichte der Jugendweihe

Die Tradition der Jugendweihe reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals sichten freireligiöse Gemeinden und andere Gruppierungen nach einer Alternative zur Kirche. Es wurde ein kulturgeschichtlich geprägter Moralunterricht entwickelt, der in der Jugendweihe mündete. In erster Linie handelte es sich bei der Jugendweihe um eine Feier zum Schulabschluss. Da die meisten Schüler die Schule mit 14 Jahren verließen, fand die Jugendfeier in diesem Alter statt.

Der Begriff Jugendweihe ist erstmals für das Jahr 1852 belegt, ab etwa 1890 hatte sich der Ablauf fest etabliert. In der Weimarer Republik erlebte die Jugendweihe eine wahre Hochphase, konnte sich aber dennoch nicht in der Mitte der Gesellschaft etablieren, der überwiegende Teil der Jugendlichen feierte weiterhin Firmung oder Konfirmation.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es entgegen anderslautenden Behauptungen kein Verbot der Jugendweihe. Allerdings entwickelte die NSDAP in Opposition zu den kirchlichen Feiern und der Jugendweihe die so genannte "NS-Jugendleite", die weite Verbreitung fand.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierten sich freikirchliche Organisationen wieder stärker und rückten damit die Jugendweihe auch wieder mehr in das öffentliche Interesse. Diese Entwicklung verlief in der BRD und der DDR jedoch sehr unterschiedlich. Während diese Feier in der Bundesrepublik Deutschland kaum Bedeutung erlangte, erreichte sie in der DDR große Bedeutung und wurde später auch vom Staat instrumentalisiert. Der vorbereitende Unterricht wurde häufig im Klassenverband besucht.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Vorbereitung der Jugendweihe an staatlichen Schulen verboten. Freireligiöse Vereinigungen führen die Tradition der Jugendfeier bis heute fort und versuchen vor allem jugendlichen in Ostdeutschland humanistische Werte wie Toleranz, und Glaubensfreiheit näher zu bringen.

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