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Müssen sich Eltern bei der Erziehung einig sein?

Während sich ein Elternteil vom Nachwuchs leichter um den Finger wickeln lässt, bleibt der andere Elternteil konsequent. Dies führt unter Eltern häufig zu Diskussionen oder Streit, ganz gleich ob es darum geht, ob Jonas noch Fernsehen darf oder wie viele Süßigkeiten Lea essen darf. Während die Mutter dem einen Verlangen nachgibt, weil Sohn oder Tochter so lange genervt haben, bleibt der Vater bei seiner ursprünglichen Meinung oder andersherum.
Dass Eltern sich bei der Erziehung immer in allen Punkten einig sind, ist nahezu unmöglich, schließlich ist jeder Mensch verschieden und wird auch von äußeren Umständen beeinflusst. Es ist durchaus sonnvoll, wenn sich Eltern auf feste Grundsätze in der Erziehung ihrer Kinder einigen und diese auch gemeinsam umsetzten, aber dennoch kann es immer wieder Situationen geben, in denen es schwerfällt oder eben unmöglich ist, an diesem Erziehungsstil festzuhalten. Handelt es sich dabei um eine Ausnahme, ist das Streitpotenzial zwischen den Elternteilen natürlich gering. Doch weicht ein Elternteil ständig von den gemeinsamen Grundsätzen der Erziehung ab, ist der Konflikt vorprogrammiert und Sie können sich sicher sein, dass Ihre Kinder versuchen werden, die Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen.

Eltern als eine Einheit - der richtige Weg?

Grundsätzlich kann es nicht schaden, wenn sich Eltern auf einige Grundsätze bei der Erziehung einigen und auch ob Sie eher einen autoritären Stil pflegen wollen oder es eher locker angehen. 
Es ist aus verschiedenen Gründen wichtig, dass Eltern als Einheit auftreten. So bieten sie Kindern weniger Möglichkeit gegeneinander ausgespielt zu werden und geben ihnen gleichzeitig klare Regel vor, die Orientierung und Sicherheit bieten. Doch wie weit sollte diese Einheit gehen?
  Wenn beide Elternteile dieselben Grundvorstellungen haben, werden sie sicherlich von sich aus einen ähnlichen Erziehungsstil pflegen. Doch weichen die Grundvorstellungen voneinander ab, muss sich ein Elternteil verbiegen, was Kinder, vor allem wenn sie älter werden, schnell merken. Außerdem kann es in einigen Situationen durchaus hilfreich sein, wenn das Kind mit seinem Anliegen nicht auf eine geschlossene Wand prallt, sondern es die Möglichkeit gibt, dass jemand an seiner Seite steht und die Situation einmal aus seiner Perspektive betrachtet.
Daher ist es durchaus richtig und gut, wenn Kinder merken, dass die Mutter und der Vater unterschiedliche Dinge für sehr wichtig oder weniger bedeutend halten. Auf diese Weise ermöglichen Sie es Ihrem Kind auch, eine eigene Meinung zu bilden und zu bewahren, da es sieht, dass seine Eltern als gleichberechtigte Partner mit eigenen Meinungen zusammenleben.
Für Eltern sollte daher klar sein, dass sie sich nicht gegenseitig in den Rücken fallen, sondern sich unterstützen, daran sollten auch Uneinigkeiten in Erziehungsfragen nichts ändern. Wichtig ist, dass Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner auf einige Grundsätze einigen, bei denen Sie beide konsequent bleiben. So geben Sie Ihrem Kind klare Orientierungspunkte und Regeln vor, die es lernt zu respektieren.

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Streit über Erziehungsfragen

Natürlich kann es immer wieder zu Streit über Erziehungsfragen kommen. Wenn Sie diese in einer ruhigen Diskussion klären, schadet es nicht, wenn der Nachwuchs mit einbezogen wird. Zum Beispiel wenn es darum geht, eine neue Spielekonsole anzuschaffen oder wie lange der Nachwuchs am Abend ausgehen darf. Nicht sinnvoll ist es jedoch, vor den Kindern zu oft über Erziehungsfragen zu diskutieren oder gar zu streiten.
Hier sollten Sie Ihr eigenes Verhalten kritisch reflektieren. Geht es Ihnen wirklich um die Richtung der Erziehung oder darum, Recht zu haben? Nutzen Sie Konflikte in der Erziehung nicht, um einen Machtkampf mit Ihrem Partner zu führen. In diesen Fällen geschieht es schnell, dass Elternteile versuchen, ihre Kinder zu Komplizen zu machen und sie gegen das andere Elternteil aufzuhetzen. Dies sollten Sie unbedingt vermeiden, denn so stürzen Sie nicht nur sich in einen Konflikt, sondern vor allem Ihr Kind, das sich nun zwischen Mutter und Vater entscheiden muss.
Wenn Sie sich selbst in einer solchen Situation ertappen, sollten Sie in einer ruhigen Minute mit Ihrem Partner darüber sprechen und bei Bedarf Hilfe in einer Paar-Beratung suchen.

Wie kann Einigkeit in der Erziehung gelingen?

Sicherlich wird es Ihnen nicht möglich sein, in allen Erziehungsfragen eine Einheit mit Ihrem Partner zu bilden. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie den Alltag dennoch meistern können. Das Zauberwort heißt dabei "Absprachen".

Sorgen und Ängste gehen vor
Die Sorgen und Ängste eines Elternteils sollten vom Partner grundsätzlich respektiert werden, sofern sie nicht zwanghaft sind. Ist der Vater zum Beispiel der Meinung, der Sohn im Grundschulalter könne den Schulweg problemlos alleine bewältigen und die Mutter kriegt einen leichten Anflug von Panik, wenn sie an die große Kreuzung auf dem Weg denkt, dann sollte dies berücksichtigt werden. Hier sollte der Vater klaglos dazu bereit sein, das Kind täglich zur Schule zu bringen, auch wenn dazu eigentlich die Zeit fehlt. Zu jedem Schulhalbjahr kann diese Frage dann erneut diskutiert werden.

Mal so mal so
In einigen Fragen, die den Alltag betreffen, kann vielleicht keine Einigkeit erzielt werden, dann sollten Sie sich an folgenden Grundsatz halten: Mama macht es so, Papa macht es anders. Dabei ist es aber wichtig, dass Sie an Ihrer jeweiligen Rolle festhalten.
Ein Beispiel kann das zu Bett Bringen des Kindes sein. Machen Sie hier doch einen festen Plan aus, in dieser Woche übernimmt der Vater das Waschen, Zähneputzen und ins Bett bringen, in der nächsten Woche ist die Mutter dran usw.
Ähnliches gilt auch für andere Fragen, hier vielleicht auch mit einer längeren Wechselfrist. Ein Beispiel ist das Erledigen der Hausaufgaben. Ist der Vater der Ansicht, die Tochter oder der Sohn, benötige Hilfe oder Kontrolle bei den Schulaufgaben, während die Mutter meint, das Kind solle mehr eigenverantwortlich handeln, kann es auch hier einen Wechsel geben. Versuchen Sie es vier Wochen auf die eine Weise - klappt dies und Ihr Kind kommt gut zurecht, können Sie es dabei belassen. Gibt es Probleme, können Sie die andere Variante austesten.

Wer sich auskennt, entscheidet
Respektieren Sie als Elternteile Ihr gegenseitiges Expertenwissen. Ist die Mutter besonders fit in Sachen Kinderkrankheiten, sollte Sie entscheiden, wann der Kinderarzt besucht wird und welche Impfungen sinnvoll sind. Legt der Vater hingegen besonderen Wert auf Tischmanieren und bestimmte Verhaltensweisen, darf er das Kind in dieser Hinsicht ermahnen, ohne dass ihm die Mutter in den Rücken fällt.

Probieren Sie diese Verhaltensweisen, die sich auch auf andere Erziehungsfragen übertragen lassen, aus und schauen Sie, wie Sie damit zurechtkommen. Gehen Sie Kompromisse ein und Sie werden sehen, dass Sie sich sicherlich auf eine gemeinsame Erziehungsstrategie einigen können.